Topspiel mit Derbycharakter – Verlieren verboten

Niendorf besiegt, nun kommt der ETSV: Tabellenführer TuS Dassendorf hat das nächste dicke Brett zu bohren. (Foto: Lobeca/Pfaff)
Niendorf besiegt, nun kommt der ETSV: Tabellenführer TuS Dassendorf hat das nächste dicke Brett zu bohren. (Foto: Lobeca/Pfaff)

Der 26. Spieltag steht vor der Tür und das letzte Saisonviertel rückt mit ganz großen Schritten näher. Der Meisterschaftskampf steht weiter auf des Messers Schneide und nun haben gleich beide Titelaspiranten etwas dickere Bretter zu bohren. Dahinter kämpfen noch mindestens vier Teams um das dritte Platz auf dem Treppchen. Und dann bleibt da noch der Tabellenkeller – dort suchen zwei Teams verzweifelt den Anschluss. Für sie ist verlieren verboten.

Können Pascal El-Nemr, Veli Sulejmani und Altona 93 auch an Spieltag 26 jubeln? (Foto: Niklas Runne)
Können Pascal El-Nemr, Veli Sulejmani und Altona 93 auch an Spieltag 26 jubeln? (Foto: Niklas Runne)

Freitag, 1. März

TuRa Harksheide – Altona 93 (19.30 Uhr, Exerzierplatz, Hinspiel 0:5)
Als Wendepunkt in der Harksheider Saison benannte TuRa-Trainer Jörg Schwarzer das Hinspiel, in dem die TuRa sang- und klanglos unterging. Und vielleicht ist das Rückspiel wieder so ein Punkt zum Guten. Zwar ist die Harksheider Saison weiterhin herausragend, doch zuletzt zeigte die Tendenz nach unten, nur einen Sieg gab es in den fünf Spielen seit der Winterpause. Beim AFC hingegen will man die imposante Bilanz von 22 ungeschlagenen Spielen weiter ausbauen. Und Altona hat Bock zu kicken, wie zuletzt der FC Türkiye schmerzlich erfahren musste. Dazu dürfte der Ausblick auf die Tabellenführung ein paar Extra Prozente freimachen. Denn bei einem Sieg wartet der Platz an der Sonne auf die Bergmann-Elf – mindestens für knapp 18 Stunden.

Samstag, 2. März

FC Türkiye – SC Victoria (13 Uhr, Fährstrasse, Hinspiel 0:4)
Es ist nicht das Jahr des FC Türkiye. Auch der Trainerwechsel vor zwei Wochen brachte noch keinen Erfolg, man ist nach fünf Niederlagen in fünf Spielen das schlechteste Team der Oberliga 2024. Und so langsam schwindet die Hoffnung, dass sich der FCT noch einmal berappeln kann. Dazu macht die Statistik gegen den SC Victoria nur sehr wenig Hoffnung – neun der letzten zehn direkten Duelle gingen verloren. Und die launische Diva von der Hoheluft scheint sich nach dem Jahreswechsel zu berappeln. Drei Siege in Serie mit 11:3 Toren sorgten dafür, dass „Vicky“ auf einmal an das obere Tabellendrittel anklopft – drei Punkte und zwei Tore beträgt der Rückstand auf Harksheide. Zwar ist die Tabelle noch etwas krumm, aber allein die Tatsache, dass der SC Victoria ernsthaft im Geschäft um Rang sechs ist, spricht Bände.

TuS Dassendorf – ETSV (13 Uhr, Wendelweg, Hinspiel 3:0)
Vizemeister gegen Aufsteiger, Tabellenführer gegen Tabellendritter, zwei ungeschlagene Teams im direkten Duell – es ist angerichtet für das Spitzenspiel mit Derbycharakter. Gastgeber TuS Dassendorf thront (noch) an der Spitze, hat zuletzt sechs der letzten Spiele gewonnen und 19 von möglichen 21 Zählern gesammelt. Und zuletzt zeigten der klare Heimsieg gegen Rugenbergen (6:0) und der hochverdiente Erfolg in Niendorf (3:1), wozu „Dasse“ spielerisch in der Lage ist. Gerade das Niendorf-Spiel war wohl mit das Beste, was die Oberliga 2023/24 gesehen hat. Aber auch der ETSV ist gut drauf, gewann zuletzt viermal in Serie und ist seit sechs Spielen ungeschlagen. Allerdings: mit Ausnahme des letzten Auftritts gegen Harksheide (3:0) ist spielerisch noch einiges an Luft nach oben. Letztlich zählen aber die Ergebnisse und die besagen: der ETSV ist Dritter und damit aktuell Best of the Rest. Und Dassendorf ärgern steht auch bei den Eisenbahnern auf dem Fahrplan.

Sonntag, 3. März

WTSV Concordia – Düneberger SV (11 Uhr, Bekkamp, Hinspiel 2:1)
Noch vor der kurzen Winterpause wäre dieses Duell ein Sechs-Punkte-Spiel gewesen. Doch der WTSV Concordia hat sich dank dreier Siege im neuen Jahr erst einmal etwas abgesetzt. Der Vorsprung auf den 15. Rugenbergen beträgt zehn Zähler, auf Düneberg sind es zwölf. Allerdings hat der DSV noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand. Dennoch wird man am Bekkamp das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen, mit dem nächsten Sieg könnte man wohl endgültig in ruhige Fahrwasser einlaufen. Da wird der DSV aber etwas dagegen haben, allerdings muss der Gast aus Geesthacht dann etwas an seiner Auswärtsschwäche machen. Der Aufsteiger ist das schlechteste Auswärtsteam und angesichts der tabellarischen Situation zum Siegen verdammt.

Niendorfer TSV – SV Rugenbergen (14 Uhr, Sachsenweg, Hinspiel 2:1)
Wie hat der NTSV die Lehrstunde gegen Dassendorf überstanden? Das wird die Kardinalfrage werden, denn eigentlich ist Niendorf gut in Form. Vor dem Dassendorf-Spiel gab es fünf Siege in Serie, die den Vizemeister von 2022 wieder in Richtung Treppchen spülten. Vielleicht kommt der Lieblingsgegner gerade recht – man muss schon bis ins Jahr 2014 zurück, um einen SVR-Sieg am Sachsenweg zu finden. Aber Vorsicht: Rugenbergen hat sich etwas frei gestrampelt. Die Bönningstedter gewannen in 2024 bereits drei Spiele, so viele, wie in der gesamten Hinrunde. Und das 3:1 gegen Paloma lässt aufhorchen. Die direkten Abstiegsplätze hat die Hachmann-Elf verlassen, allerdings wird Rang 15 stand jetzt nicht reichen. Von daher wird Rugenbergen auch in Niendorf alles hinein werfen.

Niendorf will zurück in die Spur und wieder jubeln. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)
Niendorf will zurück in die Spur und wieder jubeln. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)

Buchholz 08 – USC Paloma (14 Uhr, Otto-Koch-Kampfbahn, Hinspiel 3:1)
Buchholz 08 gehörte sicherlich zu den positiven Überraschungen in der Hinrunde. Doch die Niedersachsen scheinen noch im Winterschlaf zu stecken, warten seit Mitte November (3:0 gegen Dassendorf) oder fünf Spielen auf einen Dreier. Das macht dann in der Summe aktuell graues Mittelmaß, wenngleich die 08er noch zwei Nachholspiele haben. Graues Mittelmaß herrscht irgendwie auch beim USC Paloma. Immer, wenn die Nitsch-Elf die Chance unter die Top Sechs zu rutschen, werden die Tauben flügellahm. Ob die Remis gegen Halstenbek und bei Süderelbe oder zuletzt die Pleite in Rugenbergen – immer wenn es ins obere Drittel gehen könnte, scheinen Paloma die Nerven zu versagen. Aber vielleicht bekommt man nun die Kurve.

Union Tornesch – FC Süderelbe (14 Uhr, Torneum, Hinspiel 0:8)
Die Tornescher Saison läuft nicht so, wie sich das alle erhofft hatten, aber vielleicht wie man es sich erwartet hatte. Nur zwei Siege und zehn Punkte holte man, ist abgeschlagen Schlusslicht und wartet seit Oktober auf eine Erfolgserlebnis. Angesichts von 15 Punkten Rückstand auf Platz 14 ist der Klassenerhalt wohl nur noch theoretischer Natur. Dabei fehlt gerade zu Hause nicht so viel, doch zu oft machen die Eisernen den einen Fehler zu viel. Vielleicht kommt mit dem FC Süderelbe genau der richtige Gegner. Die Fischbeker sind noch nicht richtig in Gang, zu allem Überfluss wurde der einzige Erfolg in 2024 annulliert und die Partie in Düneberg neu angesetzt. Man wird nicht so ganz schlau wird man aus den 49ers nicht – das zeigen auch die Ergebnisse. Als Favorit geht der FCS dennoch in diese Partie.

FC Alsterbrüder – HEBC (14 Uhr, Walter-Wächter-Platz, Hinspiel 1:3)
Derbys haben ihre eigenen Gesetze – das wird am Sonntag auch in Eimsbüttel gelten. Dabei sind die Rollen eigentlich klar verteilt: Aufsteiger Alsterbrüder wartet noch auf einen Erfolg in 2024, verlor zuletzt viermal. Der HEBC hingegen hat den schwachen Jahresausklang vergessen lassen, feierte vier Siege in Serie und ist als Fünfter weiter im Geschäft um das Treppchen. Die Alsterbrüder müssen hingegen den Blick nach unten richten, wenngleich noch ein Polster da ist. Aber: schon in der Hinrunde zeigte Alsterbrüder, dass man ein Derby siegreich gestalten kann und fegte den SC Victoria vom Platz – der HEBC sollte also gewarnt sein.

TSV Sasel – SV Halstenbek-Rellingen (15 Uhr, Parkweg, Hinspiel 2:2)
Spiel eins nach der Ära Stier: es ist Krise angesagt beim TSV Sasel. Man muss schon etwas tiefer in den Archiven buddeln, um mal vier Saseler Niederlagen am Stück zu finden. So findet sich der Meister im grauen Mittelfeld wieder und kann eigentlich schon den Fokus darauf legen, die eigenen Spieler für das nächste Jahr zu „scouten“. Gegner Halstenbek hingegen hat im neuen Jahr vier wichtige Zähler für den Klassenerhalt gesammelt und hält ein kleines Polster auf die Verfolger. Und das, obwohl man kaum zu Hause spielt – zuletzt vor mehr als drei Monaten durfte der SVHR mal auf dem heimischen Jacob-Thode-Platz auflaufen. Aber auch auswärts weiß der Aufsteiger zu gefallen und spätestens seit dem Hinspiel ist man auch am Parkweg gewarnt.