Pokalfinale: Vorfreude und der Wunsch zu genießen

Eudel Monteiro stand bereits 2022 mit Altona 93 im Pokalfinale. (Foto: Lobeca/Homburg)
Eudel Monteiro stand bereits 2022 mit Altona 93 im Pokalfinale. (Foto: Lobeca/Homburg)

Eine lange, kräftezehrende Saison 2025/26 steht hinter den Teams. Doch für drei Mannschaften warten noch einmal Highlights. Während der Eimsbütteler TV ab dem übernächsten Wochenende in der Aufstiegsrunde gefordert ist, geht es für Vorwärts-Wacker Billstedt und den Eimsbütteler TV am Samstag (11.30 Uhr, Hoheluft) um Ruhm, Ehre und viel Geld – das große Pokalfinale an der Hoheluft wartet und bei beiden Mannschaften regieren Zuversicht und Vorfreude. Auch wenn es sportlich bei beiden nicht wirklich lief.

Pokal zieht SCVW den Zahn

Denn beide Mannschaften kommen nicht gerade mit breiter Brust an die Hoheluft. Der SCVW verlor acht der letzten zehn Spiele, holte in dieser Zeit nur mickrige vier Pünktchen. Mit am Ende 38 Punkten rauschte man so gerade eben am Abstieg vorbei, machte diesen nur perfekt, weil Nikola Tesla am vorletzten Spieltag nicht gewann. Insgesamt war die Saison zu wenig für Billstedt, wie Präsident Carsten Kober bekennt: „Das haben wir uns ganz anders vorgestellt und auch anders geplant. Aber manchmal ist das so und wir müssen daraus für die kommende Saison lernen.“ Und er ergänzt: „Der Pokalsieg gegen den ETSV hat uns den Zahn gezogen. Danach ging in der Liga einfach nichts mehr, wenn man von diesem komischen Sieg gegen Curslack absieht.“ Entsprechend seien die Planungen für die neue Spielzeit ausgelegt.

Finale auf Augenhöhe erwartet

Nun steht aber erst einmal das Pokalfinale an, zum dritten Mal und erstmals seit 2011 ist Vorwärts-Wacker dabei. Und die Vorfreude ist riesig, so Kober: „Das wird eine Riesenkulisse, zwei Teams die absolut verdient dort spielen werden, egal wie die Liga lief.“ Denn, so Kober, man dürfe nicht vergessen, wen Billstedt raus gekegelt hat. Nach einfachen Aufgaben zu Beginn schlug der SCVW nacheinander Dassendorf (2:1), Victoria (7:6 n.E.) und den ETSV (1:0) – also die Nummern eins, drei und vier der Abschlusstabelle. „Das war kein einfacher Weg, was mich stolz auf diese Mannschaft macht“, so Billstedts Präsident weiter: „Nun sollen die Jungs das Final genießen“. Einen Favoriten macht Kober nicht aus, sieht aber einen kleinen Vorteil bei seinem Team: „Es treffen der 13. und der 14. der Oberliga aufeinander, die am Ende punktgleich waren. Dazu haben wir alle vier Liga-Duelle seit dem Aufstieg verloren. Dafür spricht für uns, dass wir schon einige Spieler im Kader haben, die schon mal im Pokalfinale spielten. Das ist sicherlich hilfreich.“

HEBC mit fünf Niederlagen im Gepäck

Mitte April sah der HEBC aus, wie eines der besten Rückrundenteams und stand den letzten Schritt vor dem Klassenerhalt. Doch dieser letzte Schritt wurde nicht gegangen – die letzten fünf Spiele gingen verloren, am Ende musste man wie der SCVW zittern. Nur dank des besseren Torverhältnisses schloss man die Saison vor Billstedt ab. Der Unterschied: bei den Veilchen hatte man eine schwierige Saison erwartet. „40 Punkte hatten wir uns als Ziel gesetzt“, so HEBC-Coach Philipp Obloch: „Das haben wir am Ende nicht geschafft, sind eben den Schritt nicht gegangen. Wir haben insgesamt nicht schlecht gespielt, doch vielleicht haben bei uns die letzten zwei, drei Prozent gefehlt.“ Auf das Erreichen des Pokalfinales wollte Obloch die Negativserie aber nicht schieben: „Wir haben ja direkt danach vier Punkte gegen Sasel und Halstenbek geholt, hätten in Harksheide gewinnen müssen. Und gegen Süderelbe, Dassendorf und Co. kannst du halt auch verlieren.“

Philipp Obloch geht mit seinem HEBC voller Vorfreude in das Finale. (Foto: Lobeca/Homburg)

Obloch sieht einen Favoriten

Nun gilt der Fokus aber dem Highlight der Saison, zum zweiten Mal nach 1983 steht der HEBC im Finale. Und Obloch hat Bock darauf: „Wir spielen quasi zu Hause, in unserem Stadtteil. Viel geiler geht es nicht.“ Doch wenngleich beide Teams punktgleich waren, der HEBC vor Billstedt landete und, wie bereits erwähnt, alle vier Duelle seit dem SCVW-Aufstieg für sich entscheiden konnte, schiebt der 47-Jährige die Favoritenrolle dem Gegner zu: „Man muss sich nur anschauen, was die für Namen und Qualität im Kader haben. Das ist individuell richtig stark besetzt. Und wenn man ehrlich ist: im letzten direkten Duell war Vorwärts-Wacker besser, auch wenn wir die Punkte holten.“ Obloch fügt aber an: „Wir kennen unsere Stärken und sehen unsere Chance. Und vielleicht hilft ja die Anstoßzeit auch ein wenig.“ Denn die Heimspiele am Reinmüller beginnen ja traditionell um 10.45 Uhr – das Finale um 11.30 Uhr sollte da zumindest ein wenig in die Karten spielen.

Euphorie und keinen Druck

Zwei Dinge haben beide Teams aber gemeinsam. Zum Einen haben sie eine große Euphorie in ihren Vereinen und Stadtteilen in Gang gesetzt. „Heimteam“ Billstedt wird die Gegengerade vollmachen, so Carsten Kober: „Wir haben unglaublich viele Tickets verkauft und viele an die Jugendteams vergeben. Die Gegengerade wird lila erstrahlen!“ Ähnlich äußert sich Philipp Obloch: „Der Stadtteil ist angezündet. Wir erfahren seit Wochen unglaublich viel Zuspruch und Anerkennung. Vielleicht haben wir ja ein kleines Heimspiel.“ So ist zum Beispiel ein Fanmarsch vom Reinmüller in Stadion Hoheluft unter dem Motto „Alle in Weiß“ geplant. „Ich bin sehr gespannt, wie das im Stadion aussehen wird“, steigt bei Obloch die Vorfreude darauf.

Zweite Parallele: man will von Seiten der Verantwortlichen keinen Druck aufbauen, die Spieler sollen den Tag genießen. Unisono sagen das Kober und Obloch, die Antworten sind praktisch deckungsgleich. „Natürlich wollen wir gewinnen“, so der HEBC-Trainer: „Aber für alle ist es das Erste Mal in so einem Finale, für viele wird es ein „Once-in-a-lifetime“ Moment sein. Das wird aufregend genug, da braucht es keinen Druck.“ Ähnlich äußert sich Kober: „Wir haben es verdient hier zu sein, die Spieler haben es verdient. Nun sollen sie die Atmosphäre aufsaugen, einfach den Tag genießen. Und dann schauen wir was am Ende dabei rauskommt.“

Ein spannendes Thema wird am Samstag auf jeden Fall das Wetter. Fast 30° im Schatten sind vorher gesagt, erstmals in diesem Jahr wird es an einem Spieltag richtig heiß. Da könnte vielleicht das erste Tor schon entscheidend sein oder die bessere Bank den Ausschlag geben.

Das Spiel wird geleitet von Schiedsrichter Thomas Bauer (Rahlstedter SC), wenige Restkarten kann man über den Verband noch erwerben. Dazu gibt es das Spiel im Livestream beim NDR sowie in der Konferenz bei der Sportschau.

Die Wege ins Finale

Vorwärts-Wacker Billstedt
MSV Hamburg (Kreisklasse) 10:0
SV Nettelnburg/Allermöhe (Bezirksliga) 5:0
TSV Wandsetal (Kreisliga) 5:0
Germania Schnelsen (Bezirksliga) 5:3
TuS Dassendorf 2:1
SC Victoria 7:6 n.E.
ETSV 1:0

HEBC
Viktoria Harburg (Kreisliga) 6:1
VfL Hammonia (Bezirksliga) 5:2
Buchholz 08 4:3 n.E.
SV West-Eimsbüttel (Kreisliga) 8:0
SC Nienstedten (Landesliga) 1:0
USC Paloma 6:5 n.E.