ETSV stößt Meisterschaftstor weit auf – NTSV sichert Klasse

Leon Meyer traf zum Sieg für Niendorf und damit zum Klassenerhalt. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)
Leon Meyer traf zum Sieg für Niendorf und damit zum Klassenerhalt. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)

Es war ein kurioser Nachholdienstag in der Oberliga Hamburg. In vier Spielen triumphierte dreimal die Auswärtsmannschaft, einmal gab es ein Remis. Dabei hat der ETSV das Tor zur Meisterschaft ganz weit aufgestoßen. Die Eisenbahner gewannen bei Buchholz 08 trotz frühen Rückstands mit 3:1 (1:1). Niklas Schulz hatte die Gastgeber in Führung gebracht (4.), Muhamed Ajruli traf zum Ausgleich (22.). Ein später Doppelschlag von Ridel Monteiro (75.) und Erolind Krasniqi (77.) sorgte dann für Jubel beim ETSV. Dieser hat am kommenden Wochenende zwei Meisterschaftschancen: sollte der Eimsbütteler TV am Freitag in Billstedt nicht gewinnen oder man selbst am Sonntag beim HEBC mindestens einen Punkt mitnehmen, geht der Titel an den Mittleren Landweg. Buchholz hingegen rutscht in der Tabelle einen Platz ab.

Der Grund dafür ist, am Saisonverlauf gemessen, eine faustdicke Überraschung. Denn der Niendorfer TSV gewann beim SC Victoria mit 2:1 (1:0). Lennard Speck (39.) und Leon Meyer (61.) sorgten für die NTSV-Treffer, Brian Jungjohann glich zwischenzeitlich aus (57.). Mit nun 41 Punkten ist Niendorf endgültig in sicheren Gefilden und kann nicht mehr absteigen. „Vicky“ bleibt Vierter, weil auch der Verfolger patzte.

Denn der USC Paloma verlor ebenfalls zu Hause gegen den FC Süderelbe mit 2:3 (1:1). Osman Güraltunkeser traf vom Punkt zur FCS-Führung (37.), welche Moritz Niemann kurz vor der Pause egalisierte (43.). Unmittelbar nach dem Wechsel schienen die Tauben durch Lennart Keßner auf die Siegerstraße einzubiegen (50.), doch binnen drei Minuten drehte Süderelbe die Partie. Joscha Oguazu (65.) und Alwin Weber (67.) trafen. Am Ende retteten die 49ers den Dreier, trotz eines späten Feldverweises gegen Maximilian Arlt, über die Zeit. Paloma bleibt Fünfter, während sich Süderelbe auf Platz acht verbessert.

Nichts geht mehr für den FC Türkiye: nach vier Jahren Oberliga müssen die Wilhelmsburger den Gang in die Landesliga antreten. Das 2:2 (1:2) bei Vorwärts-Wacker Billstedt war trotz guter Leistung zu wenig. Ausgerechnet der Garant der Vorjahre hämmerte den Nagel in den Abstiegssarg. FCT-Legende Michel Netzbandt, von 2021 bis letzten Sommer der Torgarant für Türkiye, traf doppelt für Billstedt (30./34.). Die Tore von Noah Musse (40.) und Pedro Gomes (63.) kamen dann schlussendlich zu spät. Währen Türkiye als 16. die Saison beenden wird, macht Vorwärts-Wacker einen kleinen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Sollte der SCVW am Freitag gegen den ETV gewinnen oder Nikola Tesla am Sonntag gegen Dassendorf verlieren, wäre der Super-Gau abgewendet.