Topspiel an der Hoheluft – Duell der punktbesten Teams 2026

Unterschiedliche Lagen bei den Ex-Profis: während Max Kruse mit Dassendorf um den Titel kämpft, geht es für Daniel Brückner und Niendorf gegen den Abstieg. (Foto: Lobeca/Seidel)
Unterschiedliche Lagen bei den Ex-Profis: während Max Kruse mit Dassendorf um den Titel kämpft, geht es für Daniel Brückner und Niendorf gegen den Abstieg. (Foto: Lobeca/Seidel)

Der 29. Spieltag der Oberliga Hamburg ist schon da und zur Freude vieler Beobachter stehen fast nur Sonntagsspiele an. Doch die Highlights des Spieltags gibt es schon vorher: heute Abend steigt das Topspiel an der Hoheluft, morgen treffen in der Otto-Koch-Kampf die beiden punktbesten Teams des Kalenderjahres aufeinander. Der Sonntag hat dann, neben dem Titelfavoriten, vor allem den Abstiegskampf im Fokus.

SC Victoria – TuS Dassendorf (Freitag, 19.30 Uhr, Hoheluft, Hinspiel 2:1)

Das Hinspiel war ein knappes Messen und erstmals seit einigen Jahren hatte man das Gefühl, dass sich der SC Victoria und TuS Dassendorf auf Augenhöhe messen. Das hat sich grundlegend bis jetzt nicht geändert, lediglich sechs Punkte trennen beide Clubs. Die Stimmungslagen dürften aber mittlerweile etwas unterschiedlich sein. „Vicky“ gewann nur eines von fünf Spielen, verlor aber auch nur eines und ist so ein wenig das Eichhörnchen an der Spitze. „Dasse“ hingegen holte zehn von zwölf möglichen Punkten, ist in absoluter Topform und möchte dem ETSV auf den Fersen bleiben.

Buchholz 08 – Eimsbütteler TV (Samstag, 14 Uhr, Otto-Koch-Kampfbahn, Hinspiel 1:1)

Die zwei punktbesten Teams treffen am Samstag aufeinander. Bei Buchholz 08 ist das durchaus überraschend, die Niedersachsen gewannen fünf von sechs Spielen im neuen Jahr und haben die Abstiegsplätze verlassen. Die Brust ist breit bei den 08ern und tatsächlich klopft man nun sogar an die obere Tabellenhälfte an. Aber es kommt ein Gegner, der ebenfalls viel Selbstvertrauen hat. Der Eimsbütteler TV gewann viermal in Serie, die letzte Niederlage datiert vom fünften Oktober. Der Tabellenführer will natürlich weitermachen, den Druck auf die Konkurrenten hochhalten.

USC Paloma – FC Süderelbe (Sonntag, 10.45 Uhr, Brucknerstraße, Hinspiel 2:3)

Der USC Paloma lauert – und zwar auf Rang vier. Mit dem 5:1 unter der Woche bei TuRa Harksheide haben die Tauben ihre kleine Negativserie beendet und wollen nun alles dafür tun, die beste Platzierung der Vereinsgeschichte zu erreichen. Doch vor Süderelbe dürfte man an der Brucknerstraße nicht nur aufgrund des Hinspiels gewarnt sein. Zwar gewann der FCS nur eines von vier Spielen in 2026, doch die Remis gegen den ETSV und den ETV lassen aufhorchen. Dazu hat die Arlt-Elf wieder etwas Druck – nach den Nachholspielen ist der Vorsprung auf Rang 15 auf sieben Zähler geschmolzen.

FC Türkiye – HT 16 (Sonntag, 13 Uhr, Karl-Arnold-Ring, Hinspiel 1:2)

Kann der FC Türkiye die Negativität des Karl-Arnold-Ring ablegen? Zeit wird es, denn für das kleine Fünkchen Hoffnung benötigen die Wilhelmsburger jeden Zähler. Und mit zwei Spiele bei 1:12-Toren will man die Heimbilanz des Jahres sicherlich verbessern. Nun kommt aber ein angeknockter Boxer in Hamburgs Süden. HT 16 kommt mit zwei Niederlagen im Gepäck, die den bisher so starken Jahresstart etwas schmälern. Doch auswärts kann der Aufsteiger: neun Siege in 13 Spielen bedeuten aktuell Platz zwei in Gasttabelle – die Lage will man mit einem Sieg bei Türkiye halten.

Sorgenfalten bei Jasmin Huremovic, trotz sportlich toller Ausgangslage seines ETSV. (Foto: Lobeca/Seidel)

ETSV – TuRa Harksheide (Sonntag, 14 Uhr, Exerzierplatz, Hinspiel 6:1)

Quo vadis, ETSV? Die Gerüchteküche brodelte schon seit ein paar Tagen, nun hat es ETSV-Sportchef Jasmin Huremovic gegenüber der Morgenpost und Transfermarkt.de bestätigt: das Regionalliga-Projekt der Eisenbahn ist in akuter Gefahr, da sich der Hauptsponsor dünn gemacht hat. Die Saison sei nicht in Gefahr – dass der ETSV aber für die vierte Liga meldet eher unwahrscheinlich. Dieser Eindruck, gepaart mit fehlender Konstanz in den Ergebnissen (nur zwei Siege in fünf Spielen), könnte das Titelrennen nachhaltig beeinflussen. Dem will die Elf von Jan-Philipp Rose entgegenwirken – am Besten mit einem Sieg gegen Harksheide. Die TuRa steckt nach durchaus verheißungsvollem Start in der Krise, verlor viermal in Serie. Und auswärts ist eine Macht an den Harksheidern (zwei Siege in elf Spielen) bisher nicht verloren gegangen.

SV Halstenbek-Rellingen – Teutonia 05 (Sonntag, 14 Uhr, Jacob-Thode-Platz, Hinspiel 2:5)

Was soll man zu dem Spiel viel sagen? Für Halstenbek geht es darum, sich weiter ordentlich und vielleicht mit dem einen oder anderen Pünktchen zu verabschieden. Teutonia hingegen hat sich nach sieben Punkten in den letzten vier Spielen stabilisiert, ist nun jenseits von gut und böse.

Niendorfer TSV – SV Curslack-Neuengamme (Sonntag, 14 Uhr, Sachsenweg, Hinspiel 2:2)

Wer vor der Saison auf Abstiegskampf gewettet hätte, wenn es um die Partie Niendorf gegen Curslack ging, hätte wohl viel Geld generiert. Doch so ist es nun mal: der SVCN ist abgestiegen, der NTSV durch die Ergebnisse der Woche auf Rang 15 abgerutscht. Alles andere als ein Sieg kann die Farhadi-Elf eigentlich nicht gebrauchen. Allerdings sollte sie es gegen den Aufsteiger besser machen als in den letzten Duellen: die letzten drei Spiele endeten alle 2:2.

Vorwärts-Wacker Billstedt – HEBC (Sonntag, 15 Uhr, Öjendorfer Weg, Hinspiel 2:1)

Gegen den Abstieg geht es auch am Öjendorfer Weg, denn gerade einmal sechs Zähler trennen Billstedt und den HEBC. Doch Vorwärts-Wacker ist gut drauf, gewann drei von vier Spielen in diesem Jahr und zog ins Pokalhalbfinale ein. Mit einem Sieg könnte man sich wohl der gröbsten Abstiegssorgen entledigen. Der HEBC hingegen hamstert Punkte – nach zwei Niederlagen zum Jahresauftakt folgten ein Sieg und drei Remis. Und so verpassten die Veilchen den großen Befreiungsschlag, müssen als 14. weiter zittern. Ein Erfolg beim SCVW könnte da helfen.

Jan Ramelow und der TSV Sasel sind aktuell eine kleine Wundertüte. (Foto: Niklas Runne)
Jan Ramelow und der TSV Sasel sind aktuell eine kleine Wundertüte. (Foto: Niklas Runne)

TSV Sasel – Nikola Tesla (Sonntag, 15 Uhr, Parkweg, Hinspiel 4:1)

Man hat beim TSV Sasel ein eigenartiges Gefühl. Immer, wenn die Mannschaft von Jan Ramelow tabellarisch nach vorne kommen kann, gibt es auf die Mütze. Sowohl beim ETSV wie auch zuletzt gegen Buchholz gab es deutliche Niederlagen, die gute Stimmung nach dem Jahresstart scheint etwas verpufft. Und dies, obwohl der TSV weiter die Chance unter die besten Sechs der Tabelle zu springen. Bei Nikola Tesla hingegen wurde die Talfahrt unter der Woche gestoppt, der -so muss man es nennen- Pflichtsieg gegen Halstenbek eingefahren. Jetzt heißt es für den Aufsteiger nachlegen, sonst steckt man ganz schnell wieder auf Platz 15.