Am Wochenende soll die Oberliga Hamburg nach dem Willen des Hamburger Fußballverbandes in das neue Jahr starten. Drei Wochen später als ursprünglich geplant, sollte es doch eigentlich am 31. Januar losgehen. Doch Wetter und Temperaturen ließen keinen geregelten Trainings- oder Spielbetrieb zu, so dass man sich frühzeitig entschloss den Start zu schieben. Angesichts aktuellen Wetterlage darf man aber auch gespannt, ob am Wochenende überhaupt gespielt werden kann. Wir bereiten uns jedenfalls auf den Restart in Hamburg vor und blicken darauf, was bei den 18 Teams passiert ist. In Teil zwei geht es weiter mit den Plätzen 13 bis zehn.
Platz 13: HEBC
Wie erwartet kam der HEBC schwer in die Saison, holte erst am sechsten Spieltag den ersten Dreier der Saison. Es folgten 18 Punkte aus den letzten 13 Spielen, die Veilchen haben sich damit gefangen und zumindest ein kleines Polster erspielt. Vor allem defensiv kann sich die Leistung über weite Strecken der Saison sehen lassen, nur sieben andere Teams kassierten weniger Tore als der HEBC. Doch offensiv ist der Wurm drin, die Abgänge konnten dort bisher nicht verkraftet werden. 27 eigene Tore – nur Halstenbek schoss weniger. Und doch: am Reinmüller darf relativ gelassen in das neue Pflichtspieljahr gehen. Der Umbruch ist bisher besser gelaufen als man es vermuten durfte. Die Vorbereitung war okay – einem Sieg (5:0 bei Kummerfeld) stehen ein Remis (3:3 beim ETV) und eine Niederlage (1:2 in Tornesch) gegenüber. Nun wartet nach der Generalprobe bei BU ein unangenehmes Auftaktprogramm. Paloma, Türkiye und Victoria kommen zum HEBC, welcher dazu nach Buchholz und Niendorf reisen muss.

Platz 12: Niendorfer TSV
Weder Fleisch noch Fisch: so oder so ähnlich darf man die Leistung des Niendorfer TSV bisher bezeichnen. Nur sechs Siege feierte die Mannschaft von Ali Farhadi, hat aber ein positives Torverhältnis (37:34). Aber am Ende zählen die Ergebnisse und man darf getrost sagen, dass sich der NTSV in einem Übergangsjahr befindet und wohl eher nach unten als nach oben gucken muss. Zu wechselhaft sind die Leistungen. Im einzigen Wintertest gelang gegen Altona 93 ein 1:1. Nun kommt es am Sonntag zum Mittelfeldduell mit Sasel, ehe im Anschluss Harksheide, Nikola Tesla und der HEBC warten – vom Papier ein machbares Auftaktprogramm für Niendorf, um sich frühzeitig von unten abzusetzen. Nicht mehr dabei helfen werden Janosch Obertreis (Wiener Viktoria), Mete Tonyali (Nikola Tesla) und Ahmad Bello (PSV Neumünster). Dafür kehrt Leon Henk (Nikola Tesla) als Alternative im Tor zurück an den Sachsenweg. Auch Leandro Casale (vereinslos, zuletzt Sasel) trägt wieder das NTSV-Trikot, ebenso wie Enrique Alarcon Stark (zuletzt NTSV U19). Dazu verstärken Maurice Lüllemann (Sasel) und Stefanos Pataletis (College USA, davor Arminia Hannover) die Farhadi-Mannen.
Platz 11: TuRa Harksheide
Etwas zur Unzeit kam für TuRa Harksheide die Winterpause, sammel die Elf von Jörg Schwarzer in den letzten fünf Spielen satte zehn Punkte. Diese sorgen dafür, dass der Vorsprung auf die verbotene Zone aktuell recht komfortabel ist (acht Punkte auf Rang 16). Und doch wiegt man sich am Exerzierplatz nicht in Sicherheit, hat im Winter vergleichsweise viel am Kader getan. Dass dies möglicherweise bitter nötig ist, zeigt die Vorbereitung – da verlor Harksheide alle vier Spiele gegen Teutonia (0:2), Eintracht Norderstedt (0:9), TBS Pinneberg (2:5) und den ETV (0:4). Es hakte in fast allen Mannschaftsteilen, speziell in der aktuell viertschlechtesten Defensive der Oberliga. Und gerade im Defensivverbund muss man zwei wichtige Akteure ersetzen: Keeper Michel Dorow heuert bei Altona 93 an, Mittelfeldanker Tom Kankowski zieht es zu BW Lohne, ebenfalls Regionalliga. Joel Füllgraf (SSV Rantzau) und Jamal Faizy (TuS Holstein) waren nur Ergänzung. Mit den jungen Tammo Mölck (Eintracht Norderstedt) und Leopold Brünnler (College, zuvor Niendorf U19) will man mit hungrigen Spielern die Abgänge kompensieren. Dazu läuft Adrian Sousa nach seinem Missverständnis Nikola Tesla wieder am Exerzierplatz auf und soll Olgherto Balliu offensiv unterstützen. Zum Auftakt in die Rückrunde kommt Türkiye an den Exerzierplatz, ehe es zu den Duellen mit Niendorf und Victoria kommt. Da sollte Harksheide schleunigst seine Herbstform wiederfinden.

Platz 10: Vorwärts-Wacker Billstedt
Wenn es um die Enttäuschung der Saison geht, dann ist Vorwärts-Wacker Billstedt weiter vorne dabei. Denn Platz zehn ist nicht das, was man sich am Öjendorfer Weg vorstellt – zu unkonstant zeigte sich der SCVW die gesamte Saison. Dies zog sich bis in den Dezember, als Billstedt nur drei der letzten fünf Spiele gewinnen konnte. Immerhin: im Pokal gelang in Dassendorf der Einzug ins Viertelfinale. Auch die Vorbereitung spiegelte so ein wenig den bisherigen Saisonverlauf wieder, einem wilden 9:4 gegen TBS folgte ein 2:4 bei Phönix Lübeck II. Und so hat man auch im Winter am Kader was gemacht. Emirkaan Güzel nahm trotz sieben Treffern in 15 Spielen Reißaus, heuert beim Nachbarn HT16 an. Die Ergänzungsspieler Alexander Begun (Pause) und Serkan Özenc (Karaman FK/Türkei) sind ebenfalls weg. Neu im Kader sind Keeperroutinier Mauro Alcaraz (Altona 93), der junge Verteidiger Derrick Duah (ETV) sowie die beiden Koreaner In-cheol Choi (vereinslos, zuvor Eintracht Norderstedt) und Hunu Jeong (zuletzt Phönix Lübeck). Diese sollen nun mithelfen, den SCVW in die obere Tabellenhälfte und ins Pokalhalbfinale zu bringen. Doch das wird schwer: die Gegner heißen zu Beginn SC Victoria, ETSV, Sasel und nochmals „Vicky“ im Pokal. Einfach ist da sicherlich anders.
