ETV muss zum Start nach Egestorf

Da geht es lang: Trainer Can Schultz will mit dem Eimsbütteler TV in die Regionalliga. (Foto: Lobeca/Homburg)
Da geht es lang: Trainer Can Schultz will mit dem Eimsbütteler TV in die Regionalliga. (Foto: Lobeca/Homburg)

Die Saison in der Oberliga Hamburg ist für 17 von 18 Teams bereits vorbei. Eine Bonusrunde muss oder besser darf der Eimsbütteler TV absolvieren. Der Vizemeister ist in der kommenden Woche in drei Spielen in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord gefordert. Für Trainer Can Schultz ist die Vorfreude groß. Das Ziel ist aber klar: der ETV möchte nach zwei Jahren wieder zurück in die Regionalliga!

Erfolgreiche Saison mit einem Aber

Denn insgesamt steht in der drittjüngsten Mannschaft der Oberliga Hamburg ein erfolgreiche Saison. Die 78 erzielten Punkte hätten in den den letzten zehn Jahren gleich dreimal für einen Titel gereicht, stets aber für einen Platz in den Top drei. Und das, obwohl der ETV im Winter Torjäger Merlin Sinanovic nach zuvor 22 Treffern bis Dezember an Hannover 96 II verlor. „Das war schon sehr gut, was wir über weite Strecken gespielt haben“, war auch Coach Schultz zufrieden: „Wir haben in diesem Jahr auch viele dreckige Spiele gewonnen.“ Und in der Rückrunde verlor Eimsbüttel eine Partie. Allerdings: man gewann auch „nur“ elf, verspielte Punkte gegen Teams aus dem Mittelfeld oder Keller. So musste man sich gegen Süderelbe, den HEBC und Harksheide mit einer Punkteteilung begnügen. Ausgeglichen ist hingegen die Bilanz gegen die Top-Teams: Meister ETSV und Nachbar SC Victoria wurden jeweils einmal besiegt, jeweils einmal teilte man sich die Punkte. Nur gegen Dassendorf musste man sich zweimal geschlagen geben.

Der ETV hatte in dieser Saison einiges zu bejubeln. (Foto: Lobeca/Homburg)

Liga war im Fokus

Das zeigt also: der Eimsbütteler TV ist bereit für die Aufstiegsrunde. Mit dieser hat sich das Trainerteam erst nach dem 34. Spieltag beschäftigt. „Unser voller Fokus lag auf der Oberliga, so Schultz: „Etwas anderes hätte auch keinen Sinn gemacht, weil ja bis zum Ende offen war, ob der ETV oder Dassendorf an der Aufstiegsrunde teilnehmen wird.“ Nun hat also das Videostudium für den 30-Jährigen begonnen: „Wir gucken uns Material an und schauen uns, worauf wir uns vorbereiten müssen. Aber das ist immer nur sehr bedingt möglich. Und am Ende muss der Gegner mit uns klar kommen.“ Denn der ETV will auch in der Aufstiegsrunde das Spiel machen, sich nicht verstecken. Und am Ende soll dann der Aufstieg in die Regionalliga stehen. Can Schultz glaubt an seine Mannschaft: „Die Mannschaft ist gut drauf, die Jungs haben Bock und sollten alle einsatzbereit sein. Mehr kann ich nicht verlangen.“

Max Mbodje war einer der Garanten für die starke Saison des ETV. (Foto: Lobeca/Homburg)
Max Mbodje war einer der Garanten für die starke Saison des ETV. (Foto: Lobeca/Homburg)

Schweres Programm

Das Programm wird aber tough. Am Samstag reist Eimsbüttel zu Niedersachsens Oberliga-Vizemeister 1.FC Germania Egestorf/Langreder, am kommenden Mittwoch gastiert Schleswig-Holsteins Meister SV Todesfelde am Lokstedter Steindamm. Die letzte Partie gegen Bremens Meister Blumenthaler SV findet dann auf neutralem Boden in Celle statt. Werden zwei ungewohnt lange Auswärtsfahrten zum Problem? Schultz glaubt nicht: „Unser Ziel ist ja, die langen Fahrten zu haben. Und wenn wir aufsteigen, dann fahren wir 15mal weit.“ Und fügt mit Humor an: „Außerdem verstehen sich die Jungs gut. Die werden sich schon nicht an die Gurgel gehen, wenn wir mal ein paar Stunden Bus fahren müssen.“

ETV-Pendant als erster Gegner

Am Samstag geht es jetzt zum Auftakt nach Barsinghausen. Dort hat Germania Egestorf/Langreder ihr Zuhause, welches sind sie in diesem oft stark verteidigte. Mit 32 Punkten war Niedersachsens Vizemeister das beste Heimteam der Liga. Dass es nicht für die Meisterschaft reichte, lag an einer unfassbaren Auswärtsperformance von Atlas Delmenhorst. Der Meister gewann zwölf von 15 Auswärtspielen, holte 38 von möglichen 45 Punkten auf fremdem Platz.

Egestorf stellte in der abgelaufenen Oberliga-Saison die viertbeste Offensive und die zweitbeste Defensive – Werte, die in etwas mit dem ETV (Rang zwei offensiv, Rang drei defensiv) übereinstimmen. Und auch sonst kannst man viele Parallelen erkennen: wie Eimsbüttel verlässt sich die Germania auf eine gute Jugendarbeit und hatte das viertjüngste Team in Niedersachsen. Von der ehemaligen Regionalliga-Mannschaft, die 2019 abstieg, ist mit Kapitän und Urgestein Joshua Siegert (seit 2012 im Kader) nur noch ein Spieler übrig. Der Rest sind viele junge Spieler ohne höherklassige Erfahrung, aber gerade offensiv mit schwerer Ausrechenbarkeit. Gleich vier Spieler erzielten mindestens acht Liga-Tore, keiner mehr als zehn. Auch das eine Parallele zum ETV, bei denen nach dem Abgang von Sinanovic im Winter der große Torjäger fehlt, aber immer wieder jemand anderes die nötigen Tore macht.

Anstoß zu diesem Spiel auf Augenhöhe ist am Samstag um 14 Uhr im Stadion an der Ammerke in Barsinghausen.