Krasniqi knackt den Torrekord – ETV löst Ticket

Mit vier Treffern am letzten Spieltag knackte Erolind Krasniqi den Torrekord von Martin Harnik und setzt dem Meistertitel noch die Krone auf. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)
Mit vier Treffern am letzten Spieltag knackte Erolind Krasniqi den Torrekord von Martin Harnik und setzt dem Meistertitel noch die Krone auf. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)

Vor dem 34. Spieltag waren im Grunde nur noch zwei Fragen zu klären: fällt der Torrekord von Martin Harnik? Und wer vertritt die Oberliga Hamburg in der bevorstehenden Aufstiegsrunde? Alles andere war bekannt, es ging nur noch um die eine oder andere Platzierung. Und so spielten die Akteure auf dem Platz frei von der Leber weg mit schönen Folgen für den neutralen Beobachter: 55mal zappelte der Ball am letzten Spieltag im Netz.

Krasniqi knackt Harnik – ETV löst das Ticket

Am Ende war es eine souveräne und verdiente Meisterschaft für den ETSV. Aller Nebengeräusche zum Trotz stellte die Eisenbahn den besten Sturm und die beste Abwehr, gab sich auch am letzten Spieltag keine Blöße. Mit 6:2 gewann die Mannschaft von Jan-Philipp Rose gegen Buchholz 08. Und Torjäger Erolind Krasniqi setzte der Saison seine persönliche Krone auf: mit vier weiteren Treffern beendet er die Spielzeit mit 48 (!) Ligatreffern, knackt damit den Rekord von Martin Harnik (46) aus der Saison 2022/23. Herzlichen Glückwunsch an den ETSV und den Torschützenkönig zu diesen starken Leistungen! Aber auch Buchholz 08 darf man gratulieren – zur Winterpause als Absteiger gehandelt, machten die 08er frühzeitig den Klassenerhalt perfekt und stelle den fünftbesten Angriff der Liga. Daran änderten auch die Niederlagen zum Abschluss nichts mehr.

Zumindest kurzzeitig feiern darf man auch beim Eimsbütteler TV. Der Tabellenzweite gab sich im letzten Spiel kaum eine Blöße, gewann gegen den TSV Sasel mit 4:0. Auch wenn die Tore erst spät fielen, war der Erfolg selten gefährdet. Damit löst der ETV das Ticket für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga, ist dort ab der übernächsten Woche gefordert. Etwas enttäuschend endet die Saison für Sasel: nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen beendet die Elf von Jan Ramelow die Saison auf Platz zehn. Ausgerechnet am letzten Spieltag „dropt“ der TSV aus der oberen Tabellenhälfte.

Özden Kocadal verpasst mit Dassendorf am Ende die Aufstiegsrunde, wird nun neuer Trainer bei Eintracht Norderstedt. (Archivfoto: Lobeca/Homburg)

Dassendorf siegt zum Abschluss – „Vicky“ unterliegt in der Nachspielzeit

Eine knappe Halbzeit lang durfte TuS Dassendorf von der Aufstiegsrunde träumen, ehe der ETV in Führung ging und so Platz zwei verteidigte. Immerhin: dank des 2:1 gegen den HEBC darf sich „Dasse“ Rückrundenmeister nennen, sammelte in der zweiten Saisonhälfte die meisten Punkte. Am Ende werden die gesteckten Saisonziele, allen voran Meistertitel und Pokalsieg, aber klar verfehlt. Nun beginnt am Wendelweg endgültig eine neue Ära. Für den scheidenden Trainer Özden Kocadal geht es hingegen eine Liga rauf: der 42-Jährige wurde gestern als neuer Coach von Eintracht Norderstedt vorgestellt. Sein Ex-Club HEBC hingegen taumelt in Richtung Pokalfinale. Von sieben Spielen seit dem Finaleinzug gewannen die Veilchen nur eines, verloren gar die letzten fünf Spiele. Am Ende stehen aber Rang 13 und der erneute Klassenerhalt.

Deutlich besser verlief die Saison für den Lokalrivalen SC Victoria. Daran ändert auch die abschließende Niederlage gegen Teutonia 05 nichts. Zwei Treffer in der Nachspielzeit besiegelten ein 0:2. Dennoch bleibt „Vicky“ Vierter, so stark wie seit 2022 nicht mehr dazu. Dazu bleibt die Erkenntnis: die Mannschaft von Sascha Bernhardt kann es mit den Großen der Liga aufnehmen (Bilanz 2-2-2) und dürfte vor allem in Dassendorf nicht gern gesehen sein. Teutonia beendet die Saison dank eines Schlussspurts (drei Siege in den letzten vier Spielen) auf Rang sieben – so gut hatte man die komplett neuformierte Mannschaft wohl nicht erwartet.

Paloma ballert sich den Frust von der Seele – Schützenfest an der Legienstraße

Der USC Paloma bestätigt weiter, dass er zu den Top-Adressen der Oberliga Hamburg gehört und beendet ein weiteres Jahr in den Top five der Liga. Am letzten Spieltag schossen sich die Tauben den Frust von der Seele der letzten Wochen von der Seele und gewannen mit 6:0 beim FC Türkiye. Buttler und Keßner trafen doppelt, die Partie war im Grunde nach einer Viertelstunde entschieden. Das etwas wackelige Auftreten in den letzten Wochen verhinderte eine noch bessere Platzierung. Bei Türkiye hingegen war es ein Spiegelbild der Saison: die Defensive war schlicht nicht oberligatauglich und offensiv war man insgesamt zu harmlos. Nun beginnt eine neue Phase in der Landesliga.

Vogelwild war es zum Abschluss an der Legienstraße: neun Treffer sahen die Zuschauer, am Ende gewann HT 16 gegen TuRa Harksheide mit 5:4. Zwischenzeitlich führten die Gastgeber gar mit 5:1, am Ende kamen die Gäste aber nochmal ran. So beendet die Turnerschaft die Saison als bester Aufsteiger auf Platz sechs. Der Abend stand aber im Zeichen eines Abschieds: mit Gökhan Iscan beendet eine Vereinslegende und ein prägendes Gesicht der Oberliga Hamburg seine Karriere, geht in den Staff von HT. 242Mal lief der 38-Jährige für den FC Bergedorf, SC Victoria, FC Türkiye, SC Condor, SV Curslack-Neuengamme, Meiendorfer SV und zuletzt seinen Jugendclub HT 16 auf. Wir ziehen den Hut vor dieser Karriere. In Harksheide freut man sich hingegen auf ein weiteres Jahr Oberliga nach einem insgesamt souveränen Klassenerhalt. Vor allem der heimische Exerzierplatz war ein Garant für die 45 Punkte der TuRa.

Es ist Schluss mit 38 Jahren: Gökhan Iscan wurde am Freitag nach 242 Spielen in der Oberliga Hamburg gebührend verabschiedet. (Archivfoto: Lobeca/Schlikis)
Es ist Schluss mit 38 Jahren: Gökhan Iscan wurde am Freitag nach 242 Spielen in der Oberliga Hamburg gebührend verabschiedet. (Archivfoto: Lobeca/Schlikis)

Süderelbe und Niendorf komplettieren die obere Hälfte

Auf Rang acht rauscht der FC Süderelbe ins Ziel. Zum Abschluss gewann die Arlt-Elf gegen Vorwärts-Wacker Billstedt mit 4:2. An sich ist das nichts besonderes, waren die 49ers nach Corona immer zwischen Platz sieben und zehn. Doch nach zwei sehr schwankenden Spielzeiten mit verschlafenen Starts präsentierte sich Süderelbe diesmal von Saisonbeginn an konstant. Vorwärts-Wacker hingegen kriecht auf allen vierten in Richtung Pokalfinale. Zwar war der Klassenerhalt gesichert, doch nur ein Sieg in den letzten acht Partien dürfte in Anbetracht der Investitionen vor der Saison keine Euphorie in Billstedt auslösen. Denn am Ende muss man konstatieren, dass der SCVW die Klasse hält, weil vier Teams einfach schlechter performed haben.

Zu den Teams die in dieser Saison auch nicht immer performed haben gehört der Niendorfer TSV. Doch ein Schlussspurt mit vier Siegen in Folge, darunter ein 2:1 am Dienstag gegen Billstedt sowie dem 3:2-Abschluss beim SV Halstenbek-Rellingen schieben den NTSV immerhin noch auf Platz neun. Insgesamt hatte man von der Farhadi-Elf mehr erwartet, doch in einem Jahr des Umbruchs mit einigen Verletzungen dürfte man froh sein, dass es am Ende in Sachen Klassenerhalt doch deutlich war. In Halstenbek hingegen geht es in der Landesliga weiter, man darf da gespannt sein, ob der SVHR sein Team komplett neuaufstellen muss.

Björn Dohrn traf in dieser 13mal für Niendorf, sicherte mit seinen Treffer zuletzt zwei Siege. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)
Björn Dohrn traf in dieser 13mal für Niendorf, sicherte mit seinen Treffer zuletzt zwei Siege. (Archivfoto: Lobeca/Seidel)

Torfestival im Kellerduell

Um die goldene Ananas ging es im letzten Spiel zwischen Schlusslicht SV Curslack-Neuengamme und Nikola Tesla. Es wurde ein echtes Torfestival, welches die Gäste mit 8:4 für sich entscheiden konnten. Und gerade für Tesla war die Partie bezeichnend: offensiv hui (Platz zwölf am Ende), defensiv pfui (nur drei Teams kassierten mehr Gegentore). Nun heißt es für den Aufsteiger warten und hoffen, dass der ETV das Ticket für die Regionalliga löst, man so noch die Klasse hält. Definitiv eine Liga runter geht es für das Schlusslicht aus Curslack. Und ehrlicherweise war der SVCN 2025/26 das schlechteste Team dieses Jahrzehnts. 162 Gegentore sind der schlechteste Wert seit dem VfL Pinneberg 2018/19 (199) und auch die acht Punkte wurden in diesem Jahrzehnt nur von einem Team erreicht. Allerdings hat der Meiendorfer SV 2021/22 deutlich weniger Spiele absolviert.

Wer kommt runter? Wer kommt rauf?

Vier neue Teams wird man in der Saison 2026/27 in der Oberliga Hamburg begrüßen dürfen. Aus der Regionalliga müssen Altona 93 und die Reserve des FC St. Pauli den Gang in die fünfte Liga antreten. Aus den Landesligen werden Eintracht Norderstedt II und Rückkehrer Concordia den Weg in die Oberliga finden. Einen dritten Aufsteiger wird es nur geben, sofern der ETV aufsteigt und eine Mannschaft in der Oberliga nicht meldet.

Statistik

Niendorfer TSV – Vorwärts-Wacker Billstedt 2:1 (2:1)
Tore: 1:0 Casale (15.), 1:1 Burmester (22.), 2:1 Casale (25.)

Buchholz 08 – Teutonia 05 1:2 (0:2)
Tore: 0:1 Adam (22.), 0:2 Adedeji (45.), 1:2 Buzhala (66.)

TuS Dassendorf – HEBC 2:1 (2:0)
Tore: 1:0, 2:0 Möller (18./30.), 2:1 Diekmann (90.+2/Foulelfmeter)

SV Curslack-Neuengamme – Nikola Tesla 4:8 (1:3)
Tore: 1:0 Johannsen (19.), 1:1 Engelmann (28.), 1:2 Holz (35./Eigentor), 1:3 Engelmann (44.), 1:4 Brobbey (46.), 1:5 Wedemeyer (48.), 2:5 Zoch (50.), 3:5 Schmidt (55.), 3:6 Dimakis (61.), 3:7 Sinemus (64.), 4:7 Schmidt (72.), 4:8 Engelmann (86.)

HT 16 – TuRa Harksheide 5:4 (3:1)
Tore: 1:0, 2:0 Güzel (19./30.), 3:0 Bandoh (43.), 3:1 Khalil (45.+1), 4:1 Awuah (46.), 5:1 Bandoh (49.), 5:2 Schmidt (50.), 5:3 Möller (75.), 5:4 Fischer (90.+5)

Eimsbütteler TV – TSV Sasel 4:0 (1:0)
Tore: 1:0 Dibamba (45.+2), 2:0 Mbodje (49.), 3:0 Hense (75.), 4:0 B. Karim (79.)

FC Süderelbe – Vorwärts-Wacker Billstedt 4:2 (1:1)
Tore: 1:0 Apau (36.), 1:1 Rönnau (44.), 2:1 Weber (78.), 3:1 Parduhn (80.), 3:2 Ates (86.), 4:2 Zarei (90.+4)
Rote Karte: unbekannt (69./Billstedt)

Teutonia 05 – SC Victoria 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 Tahirsylaj (90.+1), 2:0 Srougbo (90.+3)

SV Halstenbek-Rellingen – Niendorfer TSV 2:3 (1:1)
Tore: 1:0 Hoppe (18.), 1:1 Casale (23.), 1:2 Dohrn (49./Foulelfmeter), 2:2 Cankaya (55.), 2:3 Dohrn (72.)

FC Türkiye – USC Paloma 0:6 (0:4)
Tore: 0:1 Jacob (4.), 0:2 Buttler (9.), 0:3 Keßner (14.), 0:4 Blunck (45.+1), 0:5 Keßner (54.), 0:6 Buttler (68.)

ETSV – Buchholz 08 6:2 (2:0)
Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Krasniqi (2./41./Foulelfmeter), 4:0 Jahraus (50.), 5:0 Krasniqi (61.), 6:0 Akyol (65.), 6:1 Glischinski (83.), 6:2 Strohbehn (90.)

Abschlusstabelle 2025/26

Plz.TeamSp.SUNToreDiff.Pkt
1.ETSV342653126:279983
2.Eimsbütteler TV342464101:445778
3.TuS Dassendorf342446101:346776
4.SC Victoria341810683:483564
5.USC Paloma34187984:503461
6.HT 16341831385:85057
7.TSV Sasel341581191:88353
8.Teutonia 05341711657:66-952
9.FC Süderelbe341561372:64851
10.Niendorfer TSV341481275:571850
11.TuRa Harksheide341431765:92-2745
12.Buchholz 08341421887:80744
13.HEBC341081648:66-1838
14.Vorwärts-Wacker Billstedt341151862:85-2338
15.Nikola Tesla341141970:95-2537
16.FC Türkiye34781859:106-4729
17.SV Halstenbek-Rellingen34322944:107-6311
18.SV Curslack-Neuengamme34223046:162-1168