Spitze kämpft in der Ferne – Im Keller geht es rund

Buchholz und Süderelbe sind am Wochenende in wichtigen Spielen gefordert. (Foto: B08/Burgemeister)
Buchholz und Süderelbe sind am Wochenende in wichtigen Spielen gefordert. (Foto: B08/Burgemeister)

Nach dem Pokal steht der 27. Spieltag der Oberliga Hamburg vor der Tür. Die Spitze bekämpft sich dabei aus der Ferne, die Top vier haben dabei machbare Aufgaben vor der Brust. Spannender wird es unten, denn da gibt es zwei Duelle, die man durchaus als Sechs-Punkte-Spiele betrachten kann.

SC Victoria – Nikola Tesla (Freitag, 19.30 Uhr, Hoheluft, Hinspiel 1:0)

Nach dem etwas holprigen Start ist der SC Victoria wieder in der Spur. In der Vorwoche gab es den ersten Liga-Sieg 2026, im Anschluss ein starkes Pokalspiel gegen Vorwärts-Wacker Billstedt, bis dieses abgebrochen wurde. Man kann also sagen, dass „Vicky“ die starke Form der zweiten Jahreshälfte 2025 konserviert hat und sich auch von kleinen Rückschlägen nicht verunsichern lässt. Bei Nikola Tesla hingegen ist die Erleichterung nach dem starken Jahresauftakt verpufft. Zwei Niederlagen gegen Mitkonkurrenten, dazu auf eigenem Platz, sorgen dafür, dass der Aufsteiger wieder zittern muss. Im Hinspiel machte Tesla der Victoria große Probleme – fraglich, ob das wieder gelingt.

Teutonia 05 – FC Süderelbe (Freitag, 19.30 Uhr, Kreuzkirche, Hinspiel 3:2)

An der Kreuzkirche treffen zwei Teams aufeinander, deren Formkurve nach unten zeigt. Teutonia steckt sogar in einer waschechten Krise, verlor vier der letzten fünf Ligaspiele. Seit Mitte September konnten die Ottenser nie in zwei Spielen in Folge punkten. Damit ist der Aufsteiger im grauen Mittelfeld verschwunden, aktuell dürfte weder nach oben noch nach unten viel gehen. Gleiches gilt auch für den FC Süderelbe, der nach vier Spielen ohne Sieg Gefahr droht, in die zweite Tabellenhälfte zu rutschen. Fairerweise muss man aber sagen, dass der Jahresstart bockschwer war, je einen Punkt gegen den ETSV und ETV ist dabei aller Ehren wert. Doch Trainer Stefan Arlt dürfte nichts gegen Dreier an der Kreuze haben.

USC Paloma – HT 16 (Sonntag, 10.45 Uhr, Brucknerstraße, Hinspiel 0:1)

Die Partie zwischen Paloma und Aufsteiger HT ist nicht nur das Duell zweier Tabellennachbarn. Es treffen auch zwei formstarke Teams aufeinander. Die Tauben sind seit neun Spielen ungeschlagen, mussten sich bei den letzten beiden Heimauftritten aber mit nur einem Zähler begnügen. Dennoch belegt Paloma in der Heimtabelle Platz eins. Die Turnerschaft ist perfekt (drei Spiele, drei Siege) ins neue Jahr gestartet und ist aktuell die Nummer drei im Auswärtsranking. Es ist also bereitet für ein offenes Spiel an der Brucknerstraße.

FC Türkiye – TuS Dassendorf (Sonntag, 13 Uhr, Karl-Arnold-Ring, Hinspiel 1:1)

Das Hinspiel war eine der großen Überraschungen der gesamten Hinrunde. Seitdem ist viel passiert. Türkiye steckt tief im Abstiegsschlamassel, ist mittlerweile seit sechs Spielen ohne Sieg und der Rückstand auf das rettende Ufer hat sich auf sechs bzw. neun Punkte vergrößert. Nun kommt TuS Dassendorf an den ungeliebten Karl-Arnold-Ring – seit dem Wiederaufstieg hat Türkiye in Heimspielen gegen „Dasse“ kein Tor gemacht. Ob das nun auf Kunstrasen anders wird? In Dassendorf hingegen schaut man von Spiel zu Spiel, Trainer Özden Kocadal forderte im Vorgriff auf das Spiel volle Konzentration ein. Die werden seine Mannen brauchen, denn man will mit eigenen Erfolgen bereit sein, wenn die Konkurrenz patzt.

Mit einem Sieg könnte der Niendorfer TSV sich Luft im Keller verschaffen. (Foto: Lobeca/Schlikis)

Niendorfer TSV – HEBC (Sonntag, 14 Uhr, Sachsenweg, Hinspiel 2:0)

Nach dem gewonnen Hinspiel dachte man in Niendorf, dass es nun endgültig bergauf gehen würde. Doch fünf Monate steckt der NTSV weiter im Abstiegskampf. Immerhin: am letzten Sonntag gelang der Befreiungsschlag und mit einem weiteren Erfolg gegen den HEBC könnte man sich etwas Luft verschaffen. Das wollen aber auch die Gäste, die nach einem wichtigen Heimsieg und gewonnenem Pokalfight mit neuem Selbstvertrauen die paar Kilometer nach Norden reisen. Als neutraler Beobachter darf man auf einen offenen Fight in diesem Sechs-Punkte-Spiel hoffen.

ETSV – TSV Sasel (Sonntag, 14 Uhr, Mittlerer Landweg, Hinspiel 1:1)

Nimmt der ETSV die Pokaleuphorie mit? Die Frage darf man wohl stellen, kam die Eisenbahn in zwei Liga-Spielen bisher „nur“ auf zwei Remis. Nun soll der erste Liga-Dreier folgen, vor allem der Offensive dürfte das Pokalspiel da gut getan haben. Allerdings ist der TSV Sasel jetzt nicht unbedingt ein Lieblingsgegner des ETSV – in sechs Pflichtspielen seit dem Aufstieg konnte man nur drei Spiele gewinnen. Dazu ist Sasel in blendender Verfassung, ist im neuen Jahr bei sieben von neun möglichen Punkten noch ungeschlagen. Ein Spaziergang wird das nicht, viel mehr könnte es ein echter Test für die Defensive des Tabellenzweiten geben.

SV Halstenbek-Rellingen – Eimsbütteler TV (Sonntag, 14 Uhr, Jacob-Thode-Platz, Hinspiel 1:4)

In der letzten Saison war der SV Halstenbek-Rellingen der Angstgegner des Eimsbütteler TV – alle drei Pflichtspiele konnte der SVHR für sich entscheiden. In diesem Jahr trennen beide Teams noch größere Welten. Zwar war der Jahresauftakt für die Gastgeber solide, holte man doch drei Punkte und hatte HT am Rande der Niederlage. Doch am Ende zählen Punkte und bei elf Zählern Rückstand auf Platz 15, muss ein mittleres Fußballwunder her. Und ausgerechnet gegen den Tabellenführer soll das gelingen? Was für den SVHR sprechen könnte: der ETV sucht noch nach dem Goalgetter, es fehlt der Killerinstinkt. Und so steht auch beim Spitzenreiter nur ein Sieg 2026 zu Buche.

Buchholz 08 – SV Curslack-Neuengamme (Sonntag, 14 Uhr, Holzweg, Hinspiel 2:1)

Viel mehr Abstiegskampf geht an diesem Wochenende nicht. Buchholz steht zwar nominell auf Platz 15, doch der könnte im Extremfall nicht reichen. Doch insgesamt war der Jahresstart der Niedersachsen solide – dass man in Dassendorf verlieren kann, ist jedem bei den 08ern bewusst. Daher will man sich davon nicht irritieren lassen und mit einem Sieg gegen das abgeschlagene Schlusslicht. Dieses hingegen will endlich mal wieder punkten, wahrscheinlich erinnert man sich in Curslack gar nicht mehr an den letzten Punktgewinn. Also warum nicht Buchholz etwas ärgern?

Vorwärts-Wacker Billstedt – TuRa Harksheide (Sonntag, 15 Uhr, Öjendorfer Weg, Hinspiel 1:1)

Die gute Nachricht für Billstedt: ein Flutlicht wird am Sonntag im Normalfall nicht gebraucht. Dazu reist mit Harksheide eine der schlechtesten Heimmannschaften der Hamburger Oberliga an den Öjendorfer Weg. Und doch: der große Favorit ist der SCVW nicht. Denn hier treffen zwei Teams aus dem Oberliga-Mittelfeld aufeinander, von denen man nie weiß, was man bekommt. Der größere Druck ist da bei den Gastgebern, denn wenn bei einer Niederlage alles schlecht läuft, steckt man auf einmal wieder im Abstiegskampf. Die TuRa hingegen kann gelassen auf das Spiel blicken – es erwartet niemand etwas.