Am Wochenende soll die Oberliga Hamburg nach dem Willen des Hamburger Fußballverbandes in das neue Jahr starten. Drei Wochen später als ursprünglich geplant, sollte es doch eigentlich am 31. Januar losgehen. Doch Wetter und Temperaturen ließen keinen geregelten Trainings- oder Spielbetrieb zu, so dass man sich frühzeitig entschloss den Start zu schieben. Angesichts aktuellen Wetterlage darf man aber auch gespannt, ob am Wochenende überhaupt gespielt werden kann. Wir bereiten uns jedenfalls auf den Restart in Hamburg vor und blicken darauf, was bei den 18 Teams passiert ist. In Teil drei betreten wir die obere Tabellenhälfte und blicken auf die Plätze neun bis fünf.
Platz 9: TSV Sasel
Eins muss man sagen: die nominell zweitjüngste Mannschaft der Oberliga ist alles, aber nicht langweilig. Der TSV Sasel liefert offensiv ein Feuerwerk nach dem Anderen ab, stellt mit aktuell 51 Treffern die viertbeste Offensive der Liga. Dafür brennt es hinten häufig lichterloh, nur sieben Teams kassieren mehr Buden. Mit Platz neun steht man im Mittelfeld, weiß aber, dass man an guten Tagen jedes Team vor Probleme stellen kann – und an Schlechten halt gegen jedes Probleme bekommt. Dafür gibt die junge Mannschaft von Jan Ramelow allen Zuschauern eine Garantie: Aufgeben ist nicht – Vollgas bis zur letzten Minute ist am Parkweg angesagt und so manche schon verloren geglaubte Partie wurde noch egalisiert oder gedreht. Von daher darf man sich in Sasel auf die Rückrunde freuen – auch nach den Ergebnissen der Vorbereitung, die der TSV mit zwei Siegen gegen Rahlstedt (2:1) und Bramfeld (3:2) sowie einem Remis und einer knappen Niederlage gegen den ETV (1:1 und 2:3) durchaus positiv beschloss. Der Pflichtspielstart ins Jahr könnte aber einfacher sein. Am Sonntag kommt Niendorf, danach folgen Duelle mit Victoria, Vorwärts-Wacker, dem ETSV und Harksheide.
Platz 8: HT 16
Neun Siege und neun Niederlagen, nur zwei Remis: die Hamburger Turnerschaft kennt nur Hop oder Top. Vor allem auswärts ist es häufig top, in elf Spielen auf fremdem Platz feierte HT sieben Siege. An der heimischen Legienstraße ist dafür zu oft der Wurm drin, nur zwei Siege in neun Spielen sprechen nicht für eine uneinnehmbare Festung. Dafür kam die Winterpause wohl zur rechten Zeit, nur einen Sieg feierte HT in den letzten sieben Spielen. Neues Selbstvertrauen gab es in den beiden Tests der Winterpause, welche gegen die U19 des JFV Lübeck (5:2) und gegen den SC Condor (4:0) klar gewonnen wurden. Nun will man zum Start gegen Süderelbe neu angreifen und mit Erfolgen im Anschluss bei Teutonia, gegen Halstenbek und bei Paloma wieder in Richtung Top sechs angreifen. Allerdings muss man dabei auf die Dienste von Routinier Andreas Goldgraebe (Karriereende), von Ubeydullah Özbek (Leihe zum Rahlstedter SC) und Torjäger Karim Ay (zu Dassendorf) verzichten. Zumindest letzteren kann man aber gut ersetzen, holt Emirkaan Güzel vom Nachbarn Billstedt. Die zweite Neuverpflichtung ist Jeffrey Adu, welcher bis zum letzten Sommer für die U19 des ETV auflief.

Platz 7: FC Süderelbe
Nach den letzten Jahren muss man sich etwas die Augen reiben: erstmals nach Corona hat der FC Süderelbe die erste Saisonhälfte nicht verschlafen und darf sich durchaus berechtigte Hoffnungen machen, die Saison im oberen Drittel der Liga zu beenden. Die 49ers wirken defensiv stabil und offensiv ausgeglichen, wenngleich man die Sommerabgänge von Krasniqi, Kömürcü und Co. nicht Eins zu Eins ersetzen konnte. Dennoch: Süderelbe gehört zu den positiven Überraschungen der ersten Saisonhälfte und schaut in die Zukunft. So wurde das Trainerteam um Stefan Arlt und Robert Stöckigt verlängert, dazu hat man mit Ex-Spieler Marvin Alidemi einen neuen Liga-Manager installiert. Dazu kamen im Winter drei neue Spieler. Von Phönix Lübeck II kommt Enrique Molina an den Kiesbarg, aus der Regionalliga West verpflichtet man Alwin Weber (Wuppertaler SV) und aus der ersten mazedonischen Liga hat man Ardit Demiri losgeeist. Einziger Abgang ist Christivi Masombo, der bei Sporting Bruxelles in der vierten belgischen Liga angeheuert hat. Die Vorbereitung beim FC Süderelbe verlief gut. Einer Niederlage gegen Regionalligist Norderstedt (0:2) stehen zwei Siege gegen den MTV Römstedt (7:3) und den FC Türkiye (3:1) gegenüber. Der Rückrundenauftakt wird schwierig: Süderelbe spielt zunächst bei HT16, hat dann den ETV und den ETSV zu Gast, ehe es zu Teutonia geht.

Platz 6: Teutonia 05
Die jüngste Mannschaft der Oberliga Hamburg hat für Furore gesorgt. Lange spielte die neu formierte Teutonia aus Ottensen ganz oben mit, wenngleich zu den absoluten Top-Teams etwas fehlte. In Richtung Winterpause verloren die 05er den Faden, gewannen nur eines der letzten fünf Spiele und müssen die Top Five der Oberliga ziehen lassen. Doch die Teutonia hat Eindruck hinterlassen, allen voran die Offensive um Torjäger Pascal Srougbo. Dass bei so einer jungen Mannschaft nicht alles stabil laufen kann, ist aber auch klar. Die Vorbereitung lief gut, Teutonia gewann in Harksheide (2:0) und gegen die U19 des ETV (4:0). Gegen den SC Victoria gab es ein Remis (1:1). Lediglich gegen den FC Alsterbrüder (1:2) und in der Generalprobe gegen den ETSV (1:6) gab es nichts zu holen. Nun will man zum Auftakt gegen Curslack und HT16 in die Spur kommen, ehe mit dem ETV und dem ETSV sowie Süderelbe schwere Kaliber warten. Am Kader hat man am Kreuzweg etwas geschraubt: William Hildebrand, Malik Schorsch, Bakary Lambers und Antonio Pabst (alle Ziel unbekannt) haben Ottensen verlassen. Mit Noah Dahaba (vereinslos, zuletzt Billstedt), Kartik Sharma (SV Eichede), Maximilian Sieg (Eintracht Norderstedt II), Soleiman Touny und Lord Acheampong (beide ETV II) hat man wieder fünf junge und entwicklungsfähige Spieler geholt.
Platz 5: USC Paloma
Alle kennen die Cantina-Band aus Starwars – und so ähnlich verhält es sich mit dem USC Paloma in den letzten Jahren. Die Tauben starten mit einer Niederlage in die Saison, gewinnen nur eines der ersten vier Spiele und nehmen dann Fahrt auf. Vor allem die heimische Brucknerstraße scheint aktuell eine uneinnehmbare Festung zu sein (acht Siege in zehn Spielen), nahm dabei unter anderem Victoria und dem ETV die Punkte ab. Und natürlich ist man auch im Pokal weiter mit dabei, will das dritte Finale in Folge. Die Defensive steht (Nummer vier in der Liga), die Offensive steht dem kaum nach (Platz fünf aktuell). Der Rückstand auf Platz vier ist zwar da doch Paloma wäre nicht Paloma, wenn man diesen nicht angreifen wollen würde. Allerdings hat der USC zwei wichtige Abgänge zu verzeichnen: Keeper Jonas Marschner geht zum Eichholzer SV und Mittelstürmer Luca Albrecht zum HSV III. Dazu pausiert Laurens Inkuletz seine Karriere. Mit Tjark Höpfner (SC Spelle-Venhaus) und Keeper Miguel Eichelbaum (eigene U19) ergänzt man den Kader um zwei talentierte Spieler. Die Vorbereitung beim USC lief holprig – gegen Türkiye und Rahlstedt kassierte man jeweils 1:2-Niederlagen, gegen die U19 des ETV reichte es nur zu einem 2:2. Das muss zum Liga-Auftakt anders werden, wo mit dem HEBC ein schwieriges Pflaster wartet. Nach Halstenbek folgt dann ein Heimspiel gegen Dassendorf und der Auftritt bei Schlusslicht Curslack.
